Für wen wir eigentlich übersetzen
Drupal ist ein kraftvolles, grenzenlos anpassbares Enterprise-CMS, mit dem einige der größten Web-Erlebnisse weltweit geschaffen werden. Das bedeutet aber auch: Es ist komplex. Wenn wir das Drupal-Backend übersetzen, schreiben wir diese Texte nicht für den Fullstack-Developer, der sowieso den halben Tag in der Konsole verbringt und englische Fehlermeldungen im Schlaf parst.
Wir schreiben für Content-Manager, Marketing-Teams, Redakteure und Sitebuilder. Für Menschen, die Drupal als ihr tägliches Werkzeug nutzen, um Inhalte zu publizieren, Kampagnen zu steuern und Websites zu pflegen.
Voller Fokus auf mentale Zugänglichkeit
Wie bereits in der Einleitung erwähnt: Eine exzellente Übersetzung reduziert die kognitive Belastung (Cognitive Load). Indem wir auf eine fiktive Person abzielen, die keine Lust hat, sich mit Begriffen wie Breakpoint, Script-Source, Token oder Entity herumzuschlagen, schaffen wir ein System, das sich am Benutzer orientiert – nicht an der Technik.
Unsere Aufgabe ist es also nicht, englische Code-Begriffe eins zu eins in die deutsche UI zu kippen. Unsere Aufgabe ist es, eine Brücke zu bauen. Wir verwenden klare, deutsche Begriffe, verzichten auf unnötige Anglizismen und vermeiden eingedeutschte Fremdwörter. So fühlt sich Drupal sofort intuitiv und "leicht" an.
Entwickler-Jargon vs. Anwender-Fokus
Wer schon einmal selbst komplexe Module oder Themes entwickelt hat, kennt das Dilemma: Die englischen Fachbegriffe (Buzzwords) gehören in der Tech-Welt zum absoluten Standard. Es ist wahnsinnig verlockend, im Backend einfach von "Nodes", "Taxonomy Terms" und "Administration Area" zu sprechen, weil uns diese Wörter völlig normal vorkommen.
Genau hier müssen wir aber konsequent bleiben. Das Backend eines Enterprise-Systems darf kein Denglisch-Mischmasch sein. Es muss Professionalität und Vertrauen ausstrahlen.
Das klassische Beispiel: Verwaltung vs. Administration
In den englischen Original-Strings wimmelt es von dem Wort Administration (z. B. Administration Interface, Administration theme). Das englische Wort stammt vom lateinischen administratio ab und bedeutet schlicht Verwaltung.
Im Projekt DE haben wir uns schon vor langer Zeit entschlossen, Administration konsequent mit Verwaltung zu übersetzen. Aus dem Administration Interface wird also der Verwaltungsbereich.
Warum ist diese stringente Regel so wichtig? Der englische Begriff administration taucht in Drupal (Stand 2024) über 3.600 Mal in den Textstrings auf. Wenn wir hier Ausnahmen zulassen oder anfangen, Begriffe zu mischen, zerstören wir die Konsistenz der geamten Software. Ein Anwender, der plötzlich zwischen "Administration", "Verwaltungsbereich" und "Admin-Theme" hin- und herspringen muss, ist verwirrt.
Wenn als Moderator ein Vorschlag eingereicht wird, der "Administration" anstelle von "Verwaltung" nutzt, bessern wir diesen konsequent aus – nicht um den Übersetzer zu ärgern, sondern um ihm zu zeigen, wie wichtig diese sprachliche Linie für das Gesamtprodukt ist. Nur so garantieren wir ein nahtloses Benutzererlebnis.
Wer lieber Englisch nutzt, darf das gerne tun!
Natürlich gibt es Agenturen und Entwickler-Teams, die ihr Drupal-Backend komplett auf Englisch belassen, weil sie tief im Code stecken. Daran ist überhaupt nichts falsch! Aber für diese Zielgruppe ist unsere deutsche Übersetzung schlichtweg nicht gedacht.
Ein deutscher Text, der alle drei Wörter mit englischen Fachbegriffen überladen ist, liest sich furchtbar holprig und bietet absolut keinen Mehrwert gegenüber der englischen Original-Version. Wir haben eine andere Mission: